Bergige Landschaft auf Mahé
Bergige Landschaft auf Mahé

Die zum Seychellen-Archipel gehörende Insel Mahé ist wirklich ein Paradies im Indischen Ozean. Sie und die anderen Inseln lassen das Herz eines jeden Naturliebhabers höher schlagen. Am schönsten erlebt man die Natur auf einer Wanderung.

Die Inseln präsentieren sich in verschwenderischer Pracht, Grün wohin das Auge schaut, exotische Blumen und fremdartige Pflanzen wuchern und gedeihen üppig. Mahé gehört neben Praslin und La Digue zu den drei Hauptinseln der sogenannten Inneren Seychellen.

Seychellen-Traumstrand auf Mahé
Seychellen-Traumstrand auf Mahé

Traumstrände mit puderzuckerfeinem weißen Sand und schattenspendenden Palmen verlocken dazu, nur faul am Strand zu liegen und die Sonne zu genießen oder sich im badewannenwarmen Wasser des Indischen Ozeans von sanften Wellen wiegen zu lassen.

Doch dazu allein ist Mahé viel zu schade. Denn es gibt viel zu entdecken in der einzigartigen Insel-Natur.

Landschaft auf der Seychellen-Insel Mahé

Landschaftsvielfalt auf Mahé
Landschaftsvielfalt auf Mahé

Die Landschaft auf Mahé, der größten Insel der Seychellen, ist alles andere als flach, die Berge ragen auf bis zu fast 1.000m Höhe. Ich habe beschlossen, eine Wanderung auf den Morne Copolia zu unternehmen.

Er liegt im nördlichen Teil der Insel und ist knapp 500m hoch.
Das hört sich eher nach „Hügel“ an als nach „Berg“, aber man darf nicht vergessen, dass die Seychellen nur knapp unterhalb des Äquators liegen. Die Sonneneinstrahlung ist sehr intensiv und die Luftfeuchtigkeit relativ hoch.

Wenn man aus dem europäischen Winter kommt, ist das gewöhnungsbedürftig. Selbst kleinere Anstrengungen lassen den Schweiß bereits in Strömen rinnen…

Ich lasse mich davon jedoch nicht abhalten und mache mich auf den Weg, um diese unglaublich grüne Natur zu entdecken. Ich bin versorgt mit reichlich Wasser und Schuhen mit einer guten Profilsohle an den Füßen.
Vorsichtshalber habe ich noch alle unbedeckten Körperstelle ausgiebig mit Moskito-Schutzmittel eingesprüht.

Die paradiesische Natur auf Mahé

Zimtbaum mit jungen noch roten Blättern
Zimtbaum mit jungen noch roten Blättern

Damit ich während der Wanderung nicht vom „rechten Weg abkomme“, begleitet mich Basil Beaudoin, ein waschechter Seychellois, der nicht nur Mahé wie seine Westentasche kennt, sondern auch jedes Blättchen, Pflänzchen und Tierchen, das uns auf unserer Wanderung begegnen wird.
Er macht mich auf vieles aufmerksam, das ich sonst glatt übersehen hätte wie den Zimtbaum mit seinen jungen roten Blättern. Sie werden erst mit zunehmendem Alter grün.

Einige Minuten später laufen wir an seltsamen grünen Gras-Büscheln vorbei mit langen schmalen Blättern. Basil stoppt, reißt ein Blatt aus, zerreibt es mit der Hand und läßt mich daran schnuppern – mmmmmh, riecht sehr lecker nach Zitrone. Ja, das ist wildes Zitronengras.

Es wird auf den Seychellen in Plantagen angebaut und für den traditionellen Citronelle-Tee verwendet, den man hier überall zu trinken bekommt.
Ich nutze die Gelegenheit und nehme einen großen Schluck aus der Wasserflasche, trinken ist hier oberste Pflicht, denn durch das Schwitzen verliert man sehr viel Wasser.

Wunder der Natur – Tier oder Pflanze?

Seychellen-Schnecke mit wackelndem Häuschen
Seychellen-Schnecke mit wackelndem Häuschen

Während der Wanderung muss ich sehr auf meine Füße und den Dschungel-Boden achten. Aber mir entgeht trotzdem nichts, denn mein Wanderführer macht mich auf alles aufmerksam, was da kreucht und fleucht. Die Natur der Seychellen ist wirklich einzigartig. So zeigt er mir eine kleine Schnecke. Nichts Besonderes denke ich, aber der Clou ist: wenn man ihr Häuschen anstupst, fängt es an, nach rechts und links zu wackeln.

gut getarnte Stabschrecke
gut getarnte Stabschrecke

Doch die große Überraschung kommt erst noch, als Basil mir ein Blatt vor die Nase hält: „Schau dir das Tier darauf an!“ Leider sehe ich – nichts. Aber dann erkenne ich ein seltsames Wesen, das so perfekt getarnt ist, dass es auf den ersten Blick wirklich nicht auszumachen ist.

Es sieht aus wie ein trockenes Ästchen oder eine dürre Blattrippe. Ich bin fasziniert. Solche Tiere hier auf Mahé mit eigenen Augen sehen zu dürfen, die man sonst nur aus Fernseh-Dokus kennt, ist für mich ein großes Geschenk.

Der Gipfel des Morne Copolia und die Kannenpflanze

Sainte Anne Marine Nationalpark vor der Seychellen-Insel Mahe
Sainte Anne Marine Nationalpark vor der Seychellen-Insel Mahe

Nach knapp 2 Stunden Wanderung durch die herrliche Natur der Seychellen haben wir  unser Ziel erreicht. Der Gipfel des Morne Copolia auf Mahé besteht aus einer Fläche von glattgeschliffenen Granitfelsen. Der Ausblick auf die Ostküste und den St. Anne Marine National Park ist traumhaft. Gut zu erkennen sind die Riffe, die Mahé umgeben und auf der einen Seite einen Schutz gegen die Gewalt des Indischen Ozeans darstellen, auf der anderen Seite sind sie ein Paradies für Reisende aus aller Welt, die auf die Seychellen kommen, um einen traumhaften Aufenthalt zu verbringen.

fleischfressende Kannenpflanze auf dem Morne Copolia auf Mahé
fleischfressende Kannenpflanze auf dem Morne Copolia auf Mahé

Hier oben entdecke ich ein weiteres „Highlight“: die fleischfressende Kannenpflanze. Ganze Teppiche breiten sich auf dem Gipfel aus. Die kelchförmigen Blüten haben ein Deckelchen.

Es verhindert, dass der darin befindliche Verdauungssaft nicht vom Regen verdünnt wird. Diese Flüssigkeit hat einen sehr „anziehenden“ Duft. Kleine Insekten fliegen hinein, bleiben kleben und werden von der Kannenpflanze in dieser Flüssigkeit verdaut.

Bei einer wohl verdienten Pause und traumhaftem Wetter genießen wir den Ausblick und machen uns dann auf den Rückweg.
Unten angekommen, bin ich müde und klatschnass geschwitzt. Aber ich bin überglücklich, dass ich die Möglichkeit hatte, die Insel Mahé  und ihre Natur auf dieser Wanderung einmal ganz anders zu erleben.

Ausblick vom Gipfel des Morne Copolia auf der Seychellen-Insel Mahe
Ausblick vom Gipfel des Morne Copolia auf der Seychellen-Insel Mahe
Stabschrecke - ein auf den Seychellen vorkommendes Insekt
Stabschrecke – ein auf den Seychellen vorkommendes Insekt
Wilde Ananaspflanze mit Frucht

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