Qat-Plantage auf Terrassenfeldern in den Bergen
Qat-Plantage auf Terrassenfeldern in den Bergen

Unterwegs in Jemen fallen immer wieder herrlich grüne Plantagen auf. Dort kultivieren die Menschen Kath. Es ist die Alltagsdroge im Jemen. Die Kath-Pflanze gehört zu den sogenannten Spindelbaumgewächsen und gedeiht am besten in den Hochlagen der jemenitischen Berge ab etwa 1.000 m Höhe. Die Pflanze wird als Strauch kultiviert, trotzdem kann sie als Baum bis zu 20 m hoch werden.

Kath-Kauen im Jemen

Khat-Kauen
Khat-Kauen

Kath oder Qat ist schon seit uralten Zeiten eine gesellschaftlich anerkannte Alltagsdroge im Jemen. Es ist die Nationaldroge schlechthin. Wenn nach dem Essen bei uns das „Mittagsloch“ kommt, trinken wir gerne Kaffee, um wieder munter zu werden. Im Jemen treffen sich die Männer dann zum gemütlichen Khat-Kauen. Oft wandert auch noch die Wasserpfeife reihum. Dieses Zeremoniell kann mehrere Stunden dauern.

Man verwendet nur die Zweigspitzen mit den jungen Blättern. Diese werden ausgiebig gekaut und ausgesaugt. Den dabei austretenden Saft schluckt man hinunter, die Blätter sammeln sich dann im Verlauf der nächsten Stunden in der Backentasche an.

Im Verlauf der Nachmittagsstunden entsteht so eine dicke Hamsterbacke, die Kath (Qat)-Backe. Sie ist das typische Merkmal der Alltagsdroge im Jemen. Dabei kommen etwa 100 bis 200 Gramm Blättchen zusammen. Der geschluckte Saft tut dann seine Wirkung, wenn er im Magen angelangt ist.

Khat-Kauen hat eine anregende Wirkung, reduziert Müdigkeit, macht gesprächig und auch etwas euphorisch. Gleichzeitig unterdrückt Kath (Qat) das Hungergefühl. Das war gerade in früheren Zeiten, wenn es wenig zu essen gab, überlebenswichtig.

Qat und seine Wirkung

Qat-Sträucher
Qat-Sträucher

Verantwortlich für die Wirkung ist der in der Pflanze enthaltene Stoff Cathinon. Etwa Drei Viertel der Bevölkerung im Jemen kauen die Alltagsdroge Khat (Qat), in erster Linie Männer. Doch der Gebrauch von Kath (Qat) ist langfristig nicht unbedenklich. Auf den Kath-Plantagen wird mit sehr viel krebserregenden Pestiziden und Insektiziden gearbeitet.

So ist es nicht verwunderlich, dass gerade im Jemen die Rate bei Speiseröhren-, Zungen- oder Mundkrebs im Vergleich zu anderen Ländern sehr hoch ist.

Khat und seine Schattenseiten

Qat-Anbau
Qat-Anbau

Hinzu kommt, dass die Alltagsdroge Khat im Jemen relativ teuer ist und deshalb schon so manche Familie ruiniert hat. Ein weiteres Problem ist, dass der Anbau von Kath (Qat) ungleich lukrativer ist als der Anbau von Gemüse.

Bei guten Bedingungen kann auf einer Khat-Plantage bis zu sechsmal pro Jahr geerntet werden. Gleichzeitig benötigen die Pflanzen aber auch extrem viel Wasser.

Dies ist ein Riesenproblem in einem ohnehin sehr trockenen Land. Im seit 2014 tobenden blutigen Bürgerkrieg im Jemen wird immer mehr Khat (Qat) gekaut.

Denn die Alltagsdroge Kath (Qat) lässt die Menschen im Jemen ihre Sorgen und Ängste vergessen und Hunger leichter ertragen.

Khat-Zweig mit Blättchen
Khat-Zweig mit Blättchen
Wasser-Lastwagen im Jemen
Wasser-Lastwagen im Jemen

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