Indochina – Faszination Südostasien
Der Beitrag Indochina – Faszination Südostasien beschäftigt sich mit den Ländern, Vietnam, Kambodscha und Laos sowie deren Geschichte und Kultur. Er beschreibt eine Region, die zu den faszinierendsten in Asien zählt. In Indochina – Faszination Südostasien d. h. Vietnam, Kambodscha und Laos spürt jeder sofort die Faszination, die von dieser Region ausgeht.
Es entfaltet sich ein Mosaik aus unterschiedlichen Aspekten und Themen, die zum Verständnis dieser beeindruckenden Region beitragen. Von den historischen Wurzeln bis in unsere Tage, von der tiefen Spiritualität bis zur einzigartigen Natur und Kultur spannt sich bei Indochina – Faszination Südostasien der Bogen und zeigt auf, warum viele Reisende gerade von dieser einzigartigen Region so bezaubert sind.
Indochina – der Begriff
Was der Begriff Indochina bedeutet
Indochina ist eine Wortschöpfung aus Indien und China und bezeichnet ein Gebiet auf dem südostasiatischen Festland. Indochina liegt geografisch betrachtet zwischen dem Himalaya und dem Südchinesischen Meer auf der Indochinesischen Halbinsel, westlich von Indien und südlich von China. Damit liegt es auch im Einflussbereich dieser zwei großen und bedeutsamen Kulturräume.
Wie der Name Indochina entstand
Den Namen Indochina – französisch Indochine – prägte zu Beginn des 19. Jh. ein französischer Geograph. Diese Wortschöpfung sollte die verschiedensten kulturellen Einflüsse der benachbarten Regionen Indien und China zum Ausdruck bringen. Im 19./20. Jh. war Indochina auch ein Synonym für die gleichnamige Kolonie Frankreichs in Südostasien, heute wird der Begriff Indochina in erster Linie kulturhistorisch, geografisch und touristisch benutzt.
Die Länder Indochinas im Überblick
Die Kernländer Indochinas sind heute Vietnam, Kambodscha und Laos. Alle drei Länder haben eine teilweise gemeinsame Geschichte und gemeinsame Grenzen. Auch der Mekong, die große Lebensader Südostasiens, durchfließt alle 3 Länder auf seinem Weg zum Südchinesischen Meer.
In einem erweiterten geografischen Verständnis werden gelegentlich auch Teile Myanmars (ehemals Burma) und Thailands zu Indochina gezählt.
Geografie Indochinas
Indochina erstreckt sich im Osten des südostasiatischen Festlands zwischen dem Golf von Bengalen und dem Südchinesischen Meer. Man findet hier vielfältige Landschaftsformen –tropische Küsten, gebirgige Hochebenen und die fruchtbaren Ebenen entlang des Mekongs, der gewissermaßen alle 3 Länder dieser Region miteinander verbindet.
Geografie Vietnam – Roter Fluss und Mekong-Delta
Vietnam wird aufgrund seiner Landesform oft als ‚Bambusstange mit zwei Reisschüsseln‘ bezeichnet. Das schmale, langgestreckte Land besitzt mit seiner Lage am Südchinesischen Meer eine über 3.000 km lange Küstenlinie mit schönen Stränden.
Die Metapher ‚Reisschüssel‘ steht im Norden für das fruchtbare Delta des Roten Flusses und im Süden für das weitverzweigte Mekong-Delta. Beide Gebiete sind die wichtigsten Reisanbaugebiete Vietnams, wobei der Süden gerne auch die Reiskammer Vietnams genannt wird.
Im Gebirgshochland im Norden liegt der Fansipan (Phan Xi Păng), mit 3.143m der höchste Berg Vietnams. Gleichzeitig ist er auch der höchste Berg von ganz Indochina. Zur Geografie Vietnams gehören aber auch die fantastischen Kalkstein-Felslandschaften der Ha Long Bay und die einzigartige Karstlandschaft von Trang An, häufig als ‚Ha Long Bay an Land‘ bezeichnet.
Vietnam besitzt wunderbar sanfte und grüne Hügellandschaften, tropische Wälder und im Hinterland entlang der ‚Bambusstange‘ erstreckt sich das Truong Son-Gebirge, auch Annamitische Kordillere genannt.
Entlang der Küste liegen zahlreiche Inseln. Die bekannteste und gleichzeitig die größte ist die Insel Phu Quoc, im Golf von Thailand an der Südwestküste Vietnams. Mit ihren weißen Sandstränden, dichtem Regenwald sowie einer guten Infrastruktur ist sie ein beliebtes Urlaubsziel.
Geografie Laos – das Herz Indochinas
Laos , das Herz Indochinas, ist als einziges Land nicht nur in Indochina, sondern in ganz Südostasien ein Binnenstaat ohne Zugang zum Meer. Seine umliegenden Nachbarn sind im Uhrzeigersinn China, Vietnam, Kambodscha, Thailand und Myanmar (Burma). In seiner Form erinnert das Land ein wenig an den Stern von Bethlehem.
Die Topographie Laos‘ besteht zu fast drei Vierteln aus Gebirgslandschaften und Hochebenen. Die annamitische Kordillere verläuft nicht nur durch Vietnam, sondern auch durch Laos. Höchster Berg ist der Phu Bia mit 2.819 m. Etwa die Hälfte des Landes ist bewaldet, teil mit dichtem Dschungel. Das brachte Laos den Ruf ein, eines der schwer zugänglichsten Länder in ganz Südostasien zu sein.
Die wichtigste Lebensader und gleichzeitig der bedeutendste Verkehrsweg in Laos ist der Mekong, mit den fruchtbaren Tiefebenen entlang seiner Ufer. Gleichzeitig bildet sein Verlauf auf über 1.800 km die natürliche Grenze zu Thailand. Seine zahlreichen Nebenflüsse durchziehen das Land.
Aufgrund seiner Geografie ist Laos auch heute noch ein Land mit vielen abgeschiedenen Regionen, die aber dazu beigetragen haben, seine Authentizität und seine traditionellen Lebensformen zu bewahren.
Geografie Kambodschas
Kambodscha hat eine interessante Geografie. Es ist das kleinste Land Indochinas und etwa halb so groß wie Deutschland. Es liegt am Golf von Thailand und grenzt an Vietnam, Laos und Thailand. Die typische Geografie wird zum größten Teil gebildet von der zentralen Tiefebene des Kambodschanischen Beckens, das nur sehr geringe Erhebungen aufweist.
Umgeben wird es im Südwesten von den Kardamombergen und den Elefantenbergen, im Norden von den Dongrek-Bergen (Khao Phanom Donkrak) und im Osten von den Ausläufern der Annamitischen Kordillere. In der Nähe der Kardamomberge (Cardamom Mountains) erhebt sich mit einer Höhe von 1.813m auch der höchste Berg Kambodschas, der Phnom Aural.
Von großer Bedeutung in der Ebene sind der Tonle Sap See, der der größte Binnensee in Südostasien ist und der gleichnamige Fluss. Der Tonle Sap Fluss weist eine geographische Besonderheit auf, die nicht nur in Indochina, sondern weltweit einzigartig ist. Denn der Tonle Sap-Fluss ändert in der Regenzeit seine Fließrichtung – statt Richtung Mekong fließt er wieder zurück in den Tonle Sap See und vergrößert dessen Fläche immens.
Und wie schon in den Nachbarländern, so prägt der Mekong auch in Kambodscha das Landschaftsbild. Zusammen mit dem Tonle Sap See und dem Tonle Sap Fluss bildet der Mekong mit seinen Zuflüssen ein beeindruckendes Binnenwassersystem, das eine wichtige Rolle nicht nur für die Landwirtschaft spielt, sondern auch für das Leben der Menschen in dieser Region.
Insgesamt lässt sich feststellen, dass Indochina eine faszinierende Vielfalt von Naturräumen besitzt – vom vietnamesischen Nationalpark Phong Nha Ke-Bang mit seinem Status als UNESCO Weltnaturerbe, dem laotischen immergrünen Regenwald-Urwaldgebiet Nam Et-Phou Louey bis hin zur ursprünglichen Wildnis der kambodschanischen Cardamom Mountains oder dem Tonle Sap See. Diese Vielfalt spiegelt eine der größten Biodiversitäten des asiatischen Kontinents wider und zeigt gleichzeitig die ökologische Bedeutung der Region Indochina.
Geschichte Indochinas
Frühe Kulturen & Königreiche
Indochina ist ein Begriff der erst Anfang des 19. Jh. geprägt wurde. Doch die historischen Wurzeln dieser Region – bestehend aus Vietnam, Laos und Kambodscha – reichen viele Jahrtausende zurück.
Bis heute spürbare chinesische Einflüsse hinterließ die Zeitspanne von mehr als 1.000 Jahren, während der Vietnam eine Provinz des Reichs der Mitte war. Erst im 10. Jh. n.Chr. konnte sich das Land von China lösen.
Verschiedene, teils hochentwickelte Kulturen prägten im Lauf der Zeit die 3 Länder Indochinas – beispielsweise in Vietnam die Dong Son-Kultur der Bronzezeit und später mächtige Kaiser-Dynastien wie die Lý-, Trần- und Lê-Dynastie. Unter deren Herrschaft erhielt das Land annähernd seine heutige Dimension.
In der Region des heutigen Kambodscha und Südlaos war es dagegen die Chenla-Kultur, die als Vorläufer der Khmer-Kultur gilt. Sie gründete später ihr Reich in Angkor. Das einstmals blühende laotische Königreich Lane Xang zerfiel im 17. Jh., als Burmesen und Siamesen (heute Thailänder) ins Land einfielen und die Herrschaft übernahmen.
Aus all diesen vielfältigen Einflüssen entstand das Fundament, das die spätere Geschichte Indochinas prägen sollte.
Französisch-Indochina 1860 – 1954
Bereits im 17. Jh. hatte Vietnam zunächst Kontakt mit französischen Missionaren und Händlern. Im folgenden Jahrhundert intensivierten sich die Beziehungen Vietnams zu Frankreich, da es den späteren Kaiser Gia Long aus der Ngyuen-Dynastie nicht nur politisch, sondern auch militärisch unterstützte und ihm auf den Thron verhalf.
Erst unter der Herrschaft Kaiser Napoleon III begannen die kolonialen Bestrebungen Frankreichs. Unter dem Vorwand, die französischen Missionare in Vietnam zu schützen, wurde die vietnamesische Hafenstadt Da Nang (Tourane) in Zentralvietnam besetzt. Weitere Feldzüge folgten und 1862 wurde das heutige Südvietnam (damals Cochinchina) die erste französische Kolonie in Südostasien.
In den folgenden Jahrzehnten dehnte Frankreich sein Kolonialgebiet in Südostasien immer weiter aus und brachte neben der Region Annam (Zentralvietnam) auch Tonkin (Nordvietnam) unter seine Herrschaft. 1863 kam Kambodscha hinzu und weitere 30 Jahre später 1893 schließlich Laos.
All diese Gebiete wurden zusammengefasst als Union Indochinoise – Französisch-Indochina und fungierten so als Bindeglied zwischen Südasien und Ostasien. Damit hatte sich Frankreich als dominante Kolonialmacht in dieser Region der Welt etabliert.
Die Gründe dafür waren vielschichtiger Natur. Wirtschaftliche Ressourcen für den Export in Form von Rohstoffen wie Reis, Kautschuk oder Kohle waren von großer Bedeutung ebenso wie die Sicherung der Handelswege nach China und Indien. Und es galt außerdem, mit Indochina Frankreichs Prestige und seine Macht im globalen Wettbewerb zu untermauern.
Indochina – die Kolonialzeit
Die französischen Kolonialherren ließen in Indochina das Straßen- und Eisenbahnnetz ausbauen, ebenso die wichtigen Häfen. Es wurden Krankenhäuser, Schulen und Missionsstationen eingerichtet, aber auch Kautschukplantagen, die immer wichtiger wurden für die stetig wachsende Automobilindustrie in Frankreich.
Nicht vergessen darf aber werden, dass all diese Fortschritte gleichzeitig auch für eine wachsende Abhängigkeit der einheimischen Bevölkerung sorgten und für stetig zunehmende soziale Ungleichheit und daraus resultierende soziale Spannungen.
Kulturell hinterließ die Kolonialherrschaft in Indochina die Einführung der französischen Sprache, deren Gebrauch noch bis Mitte des 20. Jh. von Bedeutung war. Auch in Architektur ist der französische Einfluss erhalten geblieben, genauso wie in der Landesküche.
Indochina in den beiden Weltkriegen
In der ersten Hälfte des 20. Jh. formierte sich immer mehr der Widerstand gegen die französische Kolonialmacht. Im 1. Weltkrieg (1914 – 1918) musste Indochina unzählige Soldaten und Arbeitskräfte zur Unterstützung des französischen Mutterlandes an verschiedene Kriegsschauplätze entsenden.
Im 2. Weltkrieg wurde Indochina schließlich von Japan besetzt. 1941 gelang es Ho Chi Minh, dem Gründer der Kommunistischen Partei Indochinas mit seiner Widerstandsbewegung Việt Minh den Kampf gegen die Besatzer gezielt in Angriff zu nehmen.
Gegen Kriegsende wurde die französische Kolonialverwaltung durch einen japanischen Staatstreich mit der Operation Heller Mond gestürzt. In dem daraus entstandenen Machtvakuum und dem Kriegsende nutzte Ho Chi Minh mit seiner kommunistischen Widerstandsbewegung Việt Minh die Gelegenheit, die Unabhängigkeit Vietnams zu erklären und die Demokratische Volksrepublik Vietnam auszurufen.
Indochinakrieg 1946 – 1954 und die Unabhängigkeit
Nach dem 2. Weltkrieg versucht Frankreich erneut, seine Kolonialherrschaft in Indochina wiederzubeleben, kommt aber gegen den Widerstand der Việt Minh nicht an. Doch eine diplomatische friedliche Lösung scheiterte und so entwickelte sich ein militärischer Konflikt – der 1. Indochinakrieg begann und sollte 9 Jahre dauern.
Die Franzosen holten sich Unterstützung bei den USA, die vietnamesische Viet Minh dagegen bekam Hilfe von China und der damaligen Sowjetunion. In der Schlacht um Điện Biên Phủ erleidet Frankreich 1954 eine Niederlage, die gleichzeitig das Ende seiner Kolonie Französisch-Indochina bedeutet.
In der Indochinakonferenz im selben Jahr in Genf findet dieser bewaffnete Konflikt seinen Abschluss. Vietnam wird entlang des 17. Breitengrades zweigeteilt in das kommunistische Nordvietnam (Demokratische Republik Vietnam, Việt Nam Dân Chủ Cộng Hòa) unter Ho Chi Minh mit der Hauptstadt Hanoi und Südvietnam (Staat Vietnam, Quốc gia Việt Nam) unter dem ehemaligen Kaiser Bảo Đại, der nun als Staatschef fungierte und unter westlichem Einfluss stand.
Der erste Präsident wurde Ngô Đình Diệm. Für Südvietnam wurde Saigon die Hauptstadt. Die ebenfalls zu Französisch-Indochina gehörenden Länder Kambodscha und Laos erhielten ihre Unabhängigkeit als Monarchien.
Der 1. Indochinakrieg markierte damit den Übergang vom Ende der Kolonialzeit hin zur späteren politischen Unabhängigkeit.
Indochinakrieg 1955 – 1975 (Vietnamkrieg)
Der Frieden nach dem 1. Indochinakrieg, der gewissermaßen als politische Übergangslösung gedacht war, war unglücklicherweise nicht von langer Dauer. Denn aus der Neuordnung respektive Aufteilung des Landes Vietnam resultierten weitere Konflikte, die letztendlich zum 2. Indochinakrieg führen sollten. Traurige Berühmtheit weltweit erlangte dieser Krieg als Vietnamkrieg, der sich letztendlich auf ganz Indochina ausweiten sollte.
Nach wie vor herrschten im ganzen Land Unruhen. Nordvietnam hatte sich zum Ziel gesetzt, das Land unter kommunistischer Regierung wieder zu vereinen mit Unterstützung durch die damalige Sowjetunion und China.
Südvietnam dagegen hatte ein antikommunistisches Regime etabliert unter Ngô Đình Diệm – wiederum mit der Unterstützung durch die USA. Diese ideologischen Spannungen führten letztendlich zum Ausbruch des Vietnamkriegs oder 2. Indochinakriegs.
Der Vietnamkrieg war eigentlich ein Bürgerkrieg, bei dem Nord- und Südvietnamesen gegeneinander kämpften. Letztendlich war es aber auch ein Stellvertreterkrieg im Kalten Krieg der Weltmächte USA und Sowjetunion, bei dem es um ihren Einfluss in Asien ging.
Die USA entsandten über eine halbe Million Soldaten nach Vietnam, die gegen die Guerillataktiken des südvietnamesischen Vietcongs (Nationale Befreiungsfront) sowie der nordvietnamesischen Streitkräfte der Volksarmee kämpften.
In den Folgejahren weitete sich der ursprüngliche vietnamesische Bürgerkrieg aus auf die Nachbarländer Laos und Kambodscha und damit auf das gesamte Indochina. Es ging darum, den militärischen Nachschub für Nordvietnam über die Versorgungsrouten des sogenannten Ho-Chi Minh-Pfades durch diese beiden Länder zu zerstören. Das aber führte zu umfassenden Bombardierungen von Laos und Kambodscha.
Letztendlich gelang es den US-Militärs nicht, die Vietnamesen zu besiegen, so dass ein Rückzug der US-Truppen beschlossen wurde. Dies war auch zurückzuführen auf schnell wachsende und heftige Ablehnung dieses Krieges in den Vereinigten Staaten selbst. 1973 wurden alle US-Soldaten aus Indochina abgezogen.
Zwei Jahre später, 1975, wurde die südvietnamesische Hauptstadt Saigon von den Nordvietnamesen erobert und Südvietnam kapitulierte – es war das Ende des blutigen Vietnamkriegs. Im folgenden Jahr wurden Nord- und Südvietnam vereint zur heutigen Sozialistische Republik Vietnam – bis heute unter kommunistischer Führung.
Der Vietnamkrieg war ein unheimlich brutaler Krieg, bei dem die Amerikaner auf Vietnam mehr Bomben abwarfen als bei ihren gesamten Kämpfen im 2. Weltkrieg. Millionen Vietnamesen, Soldaten und Zivilisten sowie etwa 60.000 US-Soldaten verloren im Vietnamkrieg in Indochina ihr Leben.
Hinzu kamen am Ende ein verwüstetes Land sowie verheerende und langanhaltende Umweltschäden, verursacht durch den flächendeckenden Einsatz des chemischen Entlaubungsmittels Agent Orange durch das US-Militär.
Dadurch sollte einerseits die Tarnung der Guerillakämpfer im dichten Dschungel zerstört werden, andererseits wurden dabei auch die Reisfelder und damit die Versorgung der Feinde vernichtet.
Dieses hochgiftige, dioxinhaltige Herbizid verursachte nicht nur akute schwere, gesundheitliche Schäden, sondern auch Langzeitschäden und Spätfolgen bis heute, da das Dioxin das Erbgut über Generationen hinweg schädigt und zu Missbildungen führt.
Vergessener Krieg in Laos 1953 – 1975
Parallel zum Vietnamkrieg entwickelte sich im offiziell neutralen Nachbarland Laos ein Konflikt, der der weltweiten Öffentlichkeit nahezu verborgen blieb. Diese verdeckte militärische Auseinandersetzung ging deshalb später als ‚Secret War‘ oder ‚Vergessener Krieg‘ in die Geschichte des Landes ein.
In Laos bahnte sich in dieser Zeit – ähnlich wie in Vietnam – ein Bürgerkrieg an zwischen der kommunistischen Widerstandsbewegung Pathet Lao und der Regierung des Königs. Auch in Laos gab es Unterstützung – wieder vergleichbar mit Vietnam.
Nordvietnam unterstützte die kommunistische Pathet Lao, die königliche Seite dagegen bekam Hilfe durch eine paramilitärische Aktion der USA – allerdings nicht offiziell, sondern heimlich, organisiert über die CIA und verdeckte Operationen.
Laos liegt strategisch günstig entlang von Nord- und Südvietnam und ein Teil des für die vietnamesische Versorgung wichtigen Ho Chi Minh-Pfades verlief durch das Land. Um diesen wichtigen Nachschubweg zu zerstören, wurde das nach außen neutrale Laos tragischerweise Opfer von massiven Bombenangriffen durch die USA – und das alles ohne offizielle Kriegserklärung!
Erst mit dem Ende des Vietnamkrieges fand auch der Vergessene Krieg in Laos ein Ende. Die kommunistische Widerstandsbewegung Pathet Lao übernahm die Macht und ernannte das einstige Königreich zur Demokratischen Volksrepublik Laos.
Die Spuren dieses militärischen Konflikts in Indochina sind noch heute im Land sichtbar. Bis in unsere Tage leidet Laos nach wie vor an den Folgen des Vergessenen Krieges. Das südostasiatische Binnenland gilt als das am stärksten bombardierte Land der Welt.
Zwei Millionen Tonnen Bomben warfen die USA auf Laos. Dazu gehörten auch 270 Millionen sogenannter Clusterbomben, die in sich mehrere kleine Bomben enthalten. Jede einzelne davon bewirkt eine unvorstellbare Zerstörungsgewalt.
Etwa ein Drittel davon ist nicht explodiert. Diese Sprengkörper liegen bis heute noch in laotischer Erde, keiner weiß, wo genau. Damit ist Laos eines der Länder mit den meisten todbringenden Blindgängern im Boden.
Die von ihnen ausgehende Gefahr ist unvorstellbar, insbesondere, wenn man bedenkt, dass Laos ein nach wie vor landwirtschaftlich geprägtes Land ist. Seit dem Secret War wurden Tausende Menschen und Kinder durch diese Blindgänger getötet oder körperlich schwer verunstaltet.
Indochinakrieg 1978 – 1991 (Kambodschanisch-Vietnamesischer Krieg)
Wie es zum Krieg kam:
Kambodscha war im Vietnamkrieg offiziell neutral, erlaubte aber den nordvietnamesischen Truppen den – neben Laos – auch durch Kambodscha verlaufenden Ho Chi Minh-Pfad – ein verzweigtes Wegenetz für deren Versorgung – zu nutzen. Daraufhin weiteten die USA den Krieg aus und bombardierten Kambodscha aus strategischen Gründen und als verdeckte Operation, da sich nordvietnamesische Truppen auch dorthin zurückgezogen hatten.
Dann kommt es 1970 zum Staatsstreich, bei dem der seit der Unabhängigkeit Kambodschas regierende König Sihanouk gestürzt und durch Lon Nol ersetzt wird, einen den USA zugewandten General. Aus dem Königreich Laos wird die Republik Khmer.
Dadurch gewinnen die Roten Khmer immer mehr an Macht und entwickeln sich zu einer regelrechten Volksbewegung. Diese Vereinigung war ursprünglich aus einer marxistischen Vereinigung kambodschanischer Studenten in Paris hervorgegangen und hatte sich im Lauf der Zeit zu einer kommunistischen Guerillabewegung entwickelt.
Doch nach dem Rückzug der USA verliert General Lon Nol an Macht und am 17. April 1975 marschieren die Roten Khmer in Phnom Penh ein. Damit begann das dunkelste Kapitel der kambodschanischen Geschichte.
Die Herrschaft der Roten Khmer
Unter der Herrschaft von Pol Pot, dem Anführer der Roten Khmer entstand eine der brutalsten Gewaltherrschaften des 20. Jh. Unter diesem Regime kam es zum Völkermord, ca. 1,5 bis 2 Millionen Menschen verloren ihr Leben durch unvorstellbare Folter, Zwangsarbeit und Hunger. Die ‚Killing Fields‘ erinnern bis heute an dieses Terror-Regime und seine unmenschlichen Verbrechen.
Vietnams Intervention
Die Roten Khmer intensivierten ihre Beziehungen zu China und betrachteten gleichzeitig Vietnam als Gegner. Ihr Ziel war, ein neues Angkor-Reich zu schaffen. Als Pol Pot schließlich vietnamesische Grenzgebiete überfällt und bombardiert, schickt Vietnam 1978 seine Truppen nach Kambodscha. Phnom Penh wird erobert und gleichzeitig werden damit die Roten Khmer gestürzt.
Vietnam bleibt als Besatzungsmacht in Kambodscha, die Roten Khmer gehen in den Untergrund und somit geht der Guerillakrieg weiter. Bedingt durch die Misswirtschaft der Roten Khmer kommt es in der Folge zu einer verheerenden Hungersnot, die weitere 200.000 Kambodschaner das Leben kostete und gleichzeitig zu einer riesigen Flüchtlingsbewegung nach Thailand, dem Nachbarland Indochinas.
Fortsetzung des Krieges als Stellvertreterkrieg
Der sich fortsetzende Krieg wurde mehr und mehr ein Stellvertreterkrieg, denn die Roten Khmer kämpften im Untergrund weiter mit Unterstützung Chinas und Vietnam bekam Hilfe von der Sowjetunion.
Kriegsende
1989 beginnt dann Vietnam mit dem Abzug seiner Truppen und zwei Jahre später, 1991, wird mit der Unterzeichnung des Friedensabkommens in Paris der Krieg in Indochina offiziell für beendet erklärt.
Indochina heute – zwischen Tradition und Moderne
Die von vielen Konflikten geprägte Geschichte hat in Indochina bis heute ihre Spuren in vielen Formen hinterlassen. Obwohl die zu Indochina gehörenden drei Länder Vietnam, Laos und Kambodscha sehr nah beieinander liegen, haben sie sich doch unterschiedlich entwickelt. Kriege und postkoloniale Erfahrungen haben sowohl Politik, als auch die Gesellschaft und Kultur mitgeprägt.
Alle drei Länder weisen heute unterschiedliche wirtschaftliche und soziale Strukturen auf. Vietnam hat sich zu einer aufstrebenden Wirtschaftsnation entwickelt. Auch Kambodscha ist nach den langen Kriegs- und Bürgerkriegszeiten wieder auf Wachstumskurs und die Armut ist deutlich gesunken. Laos dagegen kämpft nach wie vor mit wirtschaftlichen Problemen und zählt noch zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt.
Trotz alledem ist das heutige Indochina eine Region, die durch ihre reiche Kultur und Natur eine starke Faszination auf ihre Besucher ausübt. Vietnam, Laos und Kambodscha haben sich jeweils zu beeindruckenden Reiseländern entwickelt. Heute sind es spannende Destinationen, in denen die Vergangenheit ihren eigenen Platz gefunden hat, ohne vergessen zu werden, und die Menschen nach vorne schauen.
Kultur & Religionen in Indochina
Betrachtet man zunächst die religiöse Architektur in Vietnam, Laos und Kambodscha, so stellt man fest, dass sie sich in den einzelnen Ländern durchaus unterscheiden. So finden sich in Vietnam wundervoll gestaltete Pagoden, in Laos reichlich goldverzierte Klöster und Tempel und in Kambodscha steht man staunend vor den monumentalen Tempelanlagen von Angkor. Genau so unterschiedlich ist auch die spirituelle Vielfalt in Indochina.
Spirituelle Vielfalt in Indochina
Die prägende Religion in Indochina ist in allen 3 Ländern der Buddhismus, insbesondere der Theravada-Buddhismus. Während in Laos weit über 60% der Bevölkerung dem Buddhismus anhängen, sind es in Kambodscha 96%. In Vietnam gibt es – statistisch betrachtet – lediglich um die 20% Buddhisten.
Schenkt man der Statistik Glauben, so ist Vietnam heute das Land mit den meisten Atheisten, also Menschen, die keiner speziellen Glaubensrichtung angehören. Parallel dazu existiert allerdings eine andere spirituelle Vielfalt wie etwa konfuzianische oder taoistische Richtungen sowie ein gerade in Vietnam sehr ausgeprägter Ahnenkult.
In Vietnam, Laos und Kambodscha existieren heute auch noch animistische Religionen, Geisterverehrung und Naturkulte, gerade in den abgelegeneren Gebirgsregionen und bei den ethnischen Minderheiten der jeweiligen Länder.
Eine weniger bedeutende Rolle spielt der Hinduismus in Indochina, auch wenn er als eine der ältesten Religionen der Welt gilt. Er entstand bereits 3.000 v.Chr. im Raum des heutigen Indien und fand später seinen Weg auch nach Vietnam.
Dort bekennen sich heute nur noch die Menschen der Cham-Ethnie zum Hinduismus. Sie sind eine der 53 Minderheitengruppen in Vietnam und leben hauptsächlich in den südlichen Provinzen und im Zentrum Vietnams.
Die Cham sind die Nachfahren des historischen Champa-Königreichs, das vom 2. bis zum 17. Jh. existierte. In Ho Chi Minh-Stadt (Saigon, Vietnam) steht der Mariamman-Tempel, der für die Cham sehr wichtig ist. Sehr bekannt ist auch der hinduistische Tempel-Komplex von My Son in Zentralvietnam, der heute UNESCO Weltkulturerbe ist.
In Kambodscha sind ebenfalls Spuren des Hinduismus zu finden. Bis ins 11./12./13. Jh. war der Hinduismus unter dem Khmer-König Jayavarman VII die führende Religion. Die hinduistische Architektur prägte eindrücklich die Tempelanlagen der einstigen Khmer-Königsstadt Angkor. Ein weltberühmtes Beispiel ist der unter diesem König errichtete Bayontempel mit den gewaltigen Gesichtertürmen.
Betrachtet man die Tatsache, dass die christliche Religion mit den Europäern nach Indochina kam und zum Teil sehr forciert verbreitet wurde, so wird man feststellen, dass heute lediglich in Vietnam noch eine kleine Gruppe von Christen existiert mit ca. 6 %, in Kambodscha sind es lediglich zwischen 1 und 3 %.
Alltagskultur in Indochina – Tempel und Traditionen
Die Architektur in Indochina weist auf uralte Bräuche und Traditionen hin. Verschiedene Religionen prägen somit das Bild der Städte und Landschaften in Indochina, seien es Tempel, Pagoden oder Klosteranlagen. Sie gelten nicht nur als historische Sehenswürdigkeit, sondern gehören zum gelebten Alltag der Menschen dazu und werden regelmäßig besucht und genutzt. Denn neben der religiösen Funktion haben diese Stätten auch eine gewisse soziale Funktion – beispielsweise als Orte der Wohltätigkeit oder des Lernens.
Viele der in dieser südostasiatischen Region althergebrachten Rituale wie Almosengabe an Mönche, Segnungen durch Mönche oder Reinigungsrituale und die Verehrung der Ahnen haben zumeist religiöse Hintergründe und werden mit Hingabe durchgeführt. Ganz typische Rituale sind etwa das Abbrennen der Räucherstäbchen in den Tempeln oder zuhause zu Ehren der Ahnen und das Darbringen von Opfergaben im Tempel beispielsweise für Verstorbene.
Anders als in Deutschland stehen gerade auch viele junge Menschen heute diesen alten Bräuchen und Traditionen noch sehr offen gegenüber und praktizieren sie auch. Besonders Kinder werden in vielen Familien in Indochina von klein auf mit diesen Ritualen vertraut gemacht.
In Indochina werden neben den gesetzlichen Feiertagen allerlei religiöse Feste gefeiert, die auf uralten Traditionen und Bräuchen basieren. Viele davon richten sich nach dem buddhistischen Kalender, häufig im Hinblick auf die verschiedenen Mondphasen und sind dadurch in den Terminen variabel.
Dazu gehört in Indochina das Tét-Fest in Vietnam (Tết Nguyên Đán Fest). Es ist das wichtigste Fest des Jahres –das Neujahrsfest. In erster Linie handelt es sich um ein Fest der Familie und der Traditionen und ist verbunden mit sehr vielen alten Ritualen und Bräuchen.
Auch Laos und Kambodscha feiern ihr Neujahrsfest. In diesen beiden Ländern ist auch das Wasserfest (Laos: Pi Mai Lao – Kambodscha: Bonn Om Touk) ein wichtiger Termin im Jahreskalender. Während das Wasserfest in Kambodscha das Ende der Regenzeit markiert und damit verbunden die Änderung der Fließrichtung des Tonle Sap Flusses, ist das Wasserfest in Laos gleichzeitig auch das Neujahrsfest und dauert 3 Tage.
Daneben gibt es in Laos das Boun Ok Phansa Fest, das Lichterfest, das mit zu den schönsten und stimmungsvollsten Festen des Landes zählt und das Ende der Regenzeit in Laos feiert.
Insbesondere in Vietnam nimmt das Ahnenfest (Tết Trung Nguyên) einen wichtigen Platz ein im Reigen der Feiertage. Auch in Kambodscha gedenken die Menschen am Bonn Phchum Ben-Fest (Tag der Vorfahren ) ihrer Verstorbenen und widmen ihnen Gebete und Opfergaben, damit sie ein gutes Leben im Jenseits haben mögen.
Dieses spezielle Fest hat eine lange Geschichte. Seine Ursprünge reichen weit zurück in eine Zeit bevor der Buddhismus Einzug hielt. Damals hingen die Menschen noch dem Animismus an, also dem Glauben, dass alles im Universum eine eigene Seele hat, egal ob Tier, Natur, Stein oder Mensch.
Zu solchen Festen gehören häufig auch verschiedene mythologische Gestalten. Die wichtigste – der Drache – soll an dieser Stelle kurz erklärt werden. So gilt der Drache in Vietnam als Symbol für Wohlstand, Glück, Macht aber auch Schutz. In früheren Zeiten war der Drache ein den Herrschern vorbehaltenes Symbol.
Vietnam selbst bezeichnet sich als Land des Drachens, denn einer Legende nach ist das Volk der Vietnamesen aus einer Verbindung zwischen dem Drachenkönig und einer Fee entstanden. Und sogar der Mekong heißt auf vietnamesisch Cửu Long, übersetzt neun Drachen. Denn das gewaltige Delta des Mekong, der an der vietnamesischen Küste ins Meer mündet, besteht aus 9 Hauptarmen.
In Laos und Kambodscha wird der Drache meist als Schlange interpretiert oder dargestellt, oft sogar mit mehreren Köpfen – die Naga. Auch sie gilt in beiden Ländern als Macht- und Schutzsymbol. Die Ursprünge hier liegen vermutlich in der hinduistischen und buddhistischen Religion Indiens, die in historischer Zeit auch diese Länder erreichte.
Naga-Darstellungen finden sich allerorts in Kunst und Architektur, sogar auf Textilien. Statuen des sitzenden Buddhas werden oft mit einer vielköpfigen Schlange dargestellt, die sich schützend über seinem Kopf entfaltet.
Obwohl die Länder Indochinas heute eine Region im Wandel sind mit Fortschritten und Modernisierungen auf vielen Gebieten, bleiben die Menschen in Vietnam, Laos und Kambodscha – vielleicht gerade deshalb – ihren alten Festen und Traditionen nach wie vor eng verbunden. Denn sie sind und bleiben ein wichtiger Teil ihrer Kultur.
Indochinas Länder im kulturellen Vergleich
Allen drei indochinesischen Ländern ist gemeinsam, dass sie französische Kolonien waren und im Lauf ihrer Historie kommunistischen Einflüssen unterlagen. Kulturell wurde insbesondere Vietnam mehr von China beeinflusst. Die Herrscher der ehemaligen vietnamesischen Dynastien bekamen Kaisertitel, man orientierte sich am kaiserlichen System des alten Chinas.
Zum chinesischen Einfluss zählt auch der Konfuzianismus, der bereits um 100 v. Chr. über China nach Vietnam kam, lange vor dem Buddhismus. Allerdings ist Konfuzianismus keine Religion im üblichen Sinne, sondern vielmehr ein Wertesystem und eine moralisch-soziale Verhaltenslehre.
In Indochina spiegelt sie sich – insbesondere in Vietnam – wider im respektvollen Verhalten anderen Menschen gegenüber, besonders älteren Menschen oder in der Bedeutung der Familie, der Erziehung der Kinder. Diese konfuzianischen Werte sind nach wie vor stark in der vietnamesischen Kultur verwurzelt. In Hanoi erinnert noch heute der dieser Lehre gewidmete Literaturtempel.
Auch der wiederum aus Indien nach Indochina eingewanderte Buddhismus ist ein verbindendes Element, wenngleich er in Laos und Kambodscha sehr viel stärker vertreten und ausgeprägter ist als in Vietnam. Insbesondere bei der Tempelarchitektur sind diese indischen Einflüsse deutlich zu erkennen.
Aufschlussreich sind ferner die bereits erwähnten Unterschiede bei den Sakralbauten der drei Länder Indochinas: Die Pagoden in Vietnam dienen hauptsächlich der Verehrung Buddhas sowie zusätzlich oft der Ahnenverehrung. Das Mönchstum steht nicht so stark im Vordergrund.
In Laos dagegen sind Tempel nicht allein sakrale Bauten, sondern sehr häufig sind damit große Klosteranlagen verbunden, in denen ganze Mönchsgemeinschaften leben, lehren, beten und ihre Rituale verrichten. So ist es auch in Laos gute alte Tradition, dass sehr viele Männer eine bestimmte Zeit ihres Lebens als Mönche in einem Kloster verbringen. Aus gutem Grund wird Laos deshalb gerne das ‚Land der Mönche‘ genannt.
In Kambodscha wiederum gibt es im Vergleich zu Vietnam und Laos sehr viel weniger Tempel, Klöster oder gar Klosteranlagen. Denn während der Herrschaft der Roten Khmer wurden viele dieser Bauten zerstört und erst später in bescheidenerem Maße wieder aufgebaut.
Auffallend ist zudem, dass die Bezeichnungen für religiöse Bauwerke in Indochina differieren:
In Vietnam sind sakrale Bauten zumeist Pagoden, sie haben eine turmartige, oft stufenförmige Architektur. Außer in Vietnam kennt man Pagoden außerhalb von Indochina auch in China oder Japan.
Ein Wat – wie beispielsweise in Angkor Wat – ist ein ganzer Komplex, bestehend aus einem buddhistischen Tempel, Kloster und weiteren Gebäuden für die Mönche. Wats findet man in Kambodscha und Laos, aber auch in Thailand.
Im Hinblick auf die Verehrung Buddhas gibt es noch sogenannte Stupas. Diese manchmal runden oder symmetrisch errichteten Bauten mit turmartiger Spitze sind heute zumeist eine Art Reliquienschrein.
Ursprünglich wurden sie insbesondere errichtet als Grabhügel für buddhistische Heilige oder Reliquien Buddhas. In Indochina gibt es heute Stupas in dieser Form hauptsächlich in Laos, aber auch in Thailand, einem der Nachbarländer Indochinas sowie anderen asiatischen Ländern wie etwa Sri Lanka. Stupas gelten als typisches Symbol für den Buddhismus. Stupas sind außerdem geschlossene Bauwerke, die man nicht betreten, sondern nur umrunden kann.
Tempel ist ein allgemeiner Begriff für ein religiöses Bauwerk und gilt in allen Ländern Indochinas.
Kulturelle Unterschiede haben auch die Schriften in den drei Ländern geprägt. Die vietnamesischen Schriftzeichen sind aus den chinesischen hervorgegangen und wurden später von Missionaren weiterentwickelt. Zwar verwendet Vietnam heute unser lateinisches Alphabet, aber es ist eine modifizierte Form mit zusätzlichen Sonderzeichen wie Strichen, Akzenten, Häkchen und dergleichen.
Kambodscha und Laos dagegen verwenden eigene Alphabete. So ist die kambodschanische Schrift vom indischen Sanskrit beeinflusst, die laotische dagegen von der Thai-Schrift und eng mit ihr verwandt.
Schriftbeispiel:
Der Satz ‚Indochina besteht aus Vietnam Laos und Kambodscha‘
in vietnamesich: Đông Dương bao gồm Việt Nam, Lào và Campuchia.
in laotisch: ອິນໂດຈີນ ປະກອບດ້ວຍ ຫວຽດນາມ, ລາວ ແລະ ກຳປູເຈຍ.
in kambodschanisch: ឥណ្ឌូចិន រួមមាន វៀតណាម លាវ និង កម្ពុជា។
Geografisch betrachtet, ist der Mekong ein verbindendes Element, sein Weg führt durch alle 3 Länder. Betrachtet man die Region in ihrer gesamten Ausprägung, wird man feststellen, dass Vietnam in vielen Regionen eher urban geprägt ist und geschäftiger wirkt, Laos dagegen zeigt sich ungleich ruhiger, stiller und dörflich-ländlicher strukturiert. Kambodscha wiederum verbindet beides, insbesondere mit dem Schwerpunkt seines historischen Khmer-Reiches in Angkor.
Indochina und seine Reiseziele im Detail
Indochina als Reisedestination hat unglaublich viel zu bieten: Vietnam, Laos und Kambodscha besitzen jeweils eine eigenständige Kultur, faszinierende Natur sowie zahlreichen Höhepunkte und Attraktionen, die es zu entdecken gilt. Wer eine Reise nach Indochina plant, sollte allerdings auch die klimatischen Unterschiede in den verschiedenen Regionen beachten.
Klima & Klimazonen in Indochina
In Indochina herrscht tropisches Monsunklima mit einer ausgeprägten Trockenzeit und Regenzeit. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass die Trockenzeit etwa von Ende Oktober bis April geht – wobei im April die Temperaturen bereits sehr stark ansteigen und es sehr heiß wird. Die Regenzeit fällt etwa in die Monate April/Mai bis Ende Oktober.
Eine Sonderstellung nimmt Vietnam ein, denn durch seinen langgestreckten Nord-Süd-Verlauf ergeben sich große klimatische Unterschiede. In Nordvietnam herrscht subtropisches Winter-Sommer-Klima.
Es ist meist trocken aber mit deutlich tieferen Temperaturen zwischen November und April und mit hohen Temperaturen zwischen Mai und Oktober. Zwischen Juli und September fällt dann der meiste Regen. In den Bergregionen Nordvietnams kann es in den Wintermonaten durchaus auch empfindlich kalt werden.
Zentral- und Südvietnam dagegen haben ganzjährig tropisches Klima. Das bedeutet, die Temperaturen bewegen sich zwischen warm und sehr heiß, lediglich der November, Dezember und Januar sind ein wenig kühler.
In der Regenzeit kommt es neben den Temperaturen von weit über 30°C noch zu einer sehr hohen Luftfeuchtigkeit. Der Wolkenpass in Zentralvietnam fungiert hier als Wetterscheide zwischen Nord- und Südvietnam.
Zusätzlich beeinflusst auch der gewaltige Mekong nicht nur Temperatur und Luftfeuchtigkeit, sondern auch die Vegetation.
Beste Reisezeit für Indochina
Die beste Reisezeit für Indochina bewegt sich von November bis März / Anfang April, also in der Trockenzeit, danach wird es sehr heiß. Ganz grob lässt sich sagen, dass dieser Zeitraum auch geeignet ist für Kreuzfahrten auf dem Mekong, da der Wasserstand gut ist. Auch für Rundreisen sind diese Monate prädestiniert.
Zu beachten ist allerdings, dass in Vietnam das Tết-Fest, also das Neujahrsfest, ganz groß gefeiert wird. Der Termin richtet sich allerdings nach dem Mondkalender und ist damit variabel. Es kann also in der Zeit zwischen Mitte / Ende Januar und Mitte Februar stattfinden.
Dieses Neujahrsfest dauert mehrere Tage und es empfiehlt sich nicht, in dieser Zeit Vietnam zu bereisen. Das Tết-Fest ist ein Fest, bei dem sich alle Familienmitglieder treffen und oft von weither anreisen. Verkehrsmittel sind in dieser Zeit überfüllt, Geschäfte geschlossen und die Preise höher als sonst. Der Alltagsbetrieb ruht gewissermaßen in dieser Zeit.
Indochina im Vergleich zu Südostasien allgemein
Indochina gehört zwar zu Südostasien, doch es unterscheidet sich sehr von anderen Ländern dieser Weltregion wie etwa Myanmar oder dem benachbarten Thailand. Beide Länder liegen ebenfalls auf dem südostasiatischen Festland.
Große Unterschiede gibt es auch im Vergleich zu der Inselwelt Südostasiens wie beispielsweise Bali in Indonesien oder den Philippinen. In Indochina steht ganz deutlich die Kultur, Geschichte nebst Sehenswürdigkeiten im Vordergrund, zahlreiche UNESCO Welterbestätten sind hier zu finden, während in anderen Ländern in Südostasien eher Badeurlaub, Strand und Freizeitaktivitäten aller Art im Mittelpunkt stehen.
Natürlich gibt es teilweise Massentourismus in Indochina wie etwa in der Ha Long Bay in Vietnam oder in Angkor Wat in Kambodscha. Doch neben den bekannten touristischen Hotspots gibt es nach wie vor noch vom Tourismus relativ unbeleckte Regionen. Ein schönes Beispiel dafür ist das stille und touristisch nur wenig erschlossene Laos. Hier kann der Besucher noch ein ganz authentisches Stückchen Südostasien erleben.
Im Hinblick auf die Religionen hebt sich Indochina ebenfalls vom übrigen Südostasien ab. Hier dominiert der Buddhismus und während Malaysia oder Indonesien muslimisch geprägt sind, ist auf den Philippinen das Christentum vorherrschend.
Im Vergleich zum übrigen Südostasien ist Indochina kulturell und historisch betrachtet sicherlich eine der reichsten Regionen in Südostasien und damit eine der spannendsten Reisedestinationen in diesem Teil der Welt.
Kulturelle und landschaftliche Highlights in Indochina
Würde man alle Attraktionen und Highlights von Indochina aufzählen wollen, so gäbe das eine äußerst lange Liste. An dieser Stelle sollen deshalb nur einige besonders bedeutende Sehenswürdigkeiten aus dieser faszinierenden Vielfalt herausgegriffen werden.
In Vietnam lockt die zauberhafte alte Hafenstadt Hoi An mit ihren farbenfrohen chinesischen Tempeln und der Japanischen Brücke, die ehemalige Hauptstadt und alte Kaiserstadt Hue mit ihrer Verbotenen Stadt oder die heutige Kapitale Hanoi mit ihrem malerischen kolonialen Erbe.
Landschaftliche Juwelen sind die Gegend von Nin Binh mit ihren fantastischen Kalksteinformationen und traumhaft grünen Reisfeldern sowie die weltberühmte Ha Long Bay mit ihrer einzigartigen, geradezu mystischen Wasserlandschaft.
Kambodscha punktet mit seinem weltberühmten UNESCO Weltkulturerbe, den gigantischen Tempelanlagen von Angkor, schwimmenden Dörfer und dem riesigen Binnensee Tonle Sap. Dazu gehören auch die Cardamom Mountains, die wohl noch einen der letzten intakten Regenwälder in Asien beherbergen.
In Laos darf man auf keinen Fall Luang Prabang verpassen, die alte Hauptstadt des einstigen Königreichs und heute UNESCO Weltkulturerbe, in der traditionelle laotische Kultur einzigartig mit der französischen Kolonialarchitektur verschmolz. Ein ganz besonderer Höhepunkt in Laos ist auch die faszinierende Ebene der Steinkrüge, die bis heute noch nicht ganz erforscht wurde.
Darüber hinaus gibt es in Indochina mehrere Nationalparks, die kaum erschlossen sind und mit einer weitgehend unberührten Natur, die so manchen gefährdeten Tierarten und Pflanzen eine Heimat bieten.
Faszination Südostasien – warum Indochina besonders berührt
Südostasien allgemein übt auf Reisende eine ungleich größere Faszination aus als andere Weltregionen wie Lateinamerika, das südliche Afrika oder die arabische Welt. Der Grund dafür mag in seiner breitgefächerten kolonialhistorischen, kulturellen, religiösen und landschaftlichen Vielschichtigkeit liegen, die anderen – auf ihre Weise sicherlich auch interessanten – Fernreisezielen fehlt.
In Südostasien spannt sich ein weiter Bogen von Megastädten wie Bangkok oder Singapur über tropisch-exotische Landschaftsformen und lebendige Streetfoodkultur gepaart mit höchst geschmackvollen Landesküchen bis hin zu traditionellem Mönchsleben in buddhistischen Klöstern.
Viele der Sehenswürdigkeiten und Attraktionen in Südostasien sind nicht museal, sondern einbezogen in das authentische Alltagsleben der Menschen. Es ist diese einzigartige Mischung, die die ‚Faszination Südostasien‘ ausmacht.
Indochina nimmt innerhalb dieser weiträumigen Weltregion Südostasien einen besonderen Platz ein. Man fühlt sich hier nicht einfach nur überwältigt, sondern vielmehr emotional berührt. Kultur wie beispielsweise die Almosenprozession der Mönche in Laos oder der Ahnenkult in Vietnam sind keine Inszenierung für Touristen, kein extra organisiertes Spektakel, sondern ganz einfach normales Alltagsleben.
Indochina erschließt sich dem Besucher nicht immer gleich auf den ersten Blick. Oftmals braucht es dazu auch eine stille Beobachtung oder die Begegnungen mit den Menschen, egal ob auf einem Markt oder in einem Tempel.
Vielleicht berührt Indochina aus diesem Grund seine Besucher eindrücklicher als die bereits sehr viel stärker globalisierten südostasiatischen Länder wie etwa Singapur oder Malaysia. Indochina & Faszination Südostasien – ein immens buntes und stimmungsvolles Kaleidoskop, das zu entdecken sich definitiv lohnt.
Fazit
Indochina heute ist eine Region, die sich zwischen alter Geschichte, tiefer Spiritualität und modernem Aufbruch bewegt. Nach wie vor sind die Einflüsse verschiedener Kulturen und Epochen sichtbar und spürbar.
Indochina, bestehend aus Vietnam, Kambodscha und Laos ist nicht nur eine geografische Region, sondern ein ganz besonderer eigenständiger Kulturraum, der beeindruckt und der eine durchaus nachhaltige Reiseerfahrung hinterlässt bei all denen, die sich die Zeit und Muße nehmen, ein wenig genauer hinzuschauen. Eine Reise durch Indochina wird dem Besucher sicherlich lange in Erinnerung bleiben.
Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema: Indochina – Faszination Südostasien:






























